
„Sputnik - Die Geschichte der Raumfahrt in zwei politischen Systemen“
Sonderausstellung vom 7.4. bis 28.6.2009 im HTI Peenemünde
Am 4. Oktober 1957 startete die UdSSR mit Sputnik I den ersten Satelliten, um den Völkern der Erde mit seinem Funksignal den Sieg des Sozialismus zu verkünden. Die westliche Welt war geschockt. Dieser Sputnik-Schock war Auslöser für den Wettlauf der Systeme im All und Motor des Kalten Krieges.
Die Volkssternwarte Bochum, eine der wenigen Einrichtungen, die dieses Signal damals empfangen konnte, avancierte zum Weltraumnachrichtenplatz in Westdeutschland. Dort ist diese besondere Ausstellung entstanden, die die Instrumentalisierung der Raumfahrt dokumentiert.
Die Ausstellung wurde am 07. April um 15 Uhr im Turbinensaal des Peenemünder Kraftwerkes eröffnet und wird bis zum 28. Juni gezeigt. Damit kommt diese Ausstellung nach Peenemünde, dem Ort, an dem am 3. Oktober 1942 der erste Start einer Rakete ins All gelang. Peenemünde ist für die Einen der Ort eines zukunftsweisenden technischen Durchbruchs, für die Anderen aber der Ort, an dem die bis dahin grausamsten Fernwaffen konstruiert wurden. Die Technik der hier entwickelten Rakete A4 („V2") diente nach dem Krieg den Siegermächten für eigene militärische Entwicklungen. Erst nach weiteren zwei Jahrzehnten der Forschung und Entwicklung begann mit dem sowjetischen Sputnik und dem amerikanischen Apolloprogramm im "Kalten Krieg" eine scheinbar zivile Facette des Wettrüstens: der Wettlauf im All.
"Kosmos und Kommunismus" hieß jene verheißende Formel, die Träume, Weltherrschaftspläne und modernes Leben im "real existierenden Sozialismus" symbolisierte. Mit den Apollo-Missionen zum Mond versuchte die USA ihrerseits technische Überlegenheit zu demonstrieren, bis es zunächst im Weltall, später auch auf der Erde zu einer Annäherung und schließlich zum Fall des "Eisernen Vorhangs" kam.
Thilo Elsner, Direktor der Sternwarte Bochum, und Christian Mühldorfer-Vogt M.A., Direktor des HTI, eröffneten die Ausstellung gemeinsam.