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Von Pantoffelhelden und Stiefelknechten

Peenemünde

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde zeigt vom 4. bis 31. Dezember die Kunstausstellung „CALIGULA" des Magdeburger Künstlers Marcus Barwitzki. Das nach eigenem Erleben entstandene Kunstprojekt ist für den jungen Künstler seine persönliche Antwort und Initiative „Gegen neue Nazis". Mit der Ausstellung „CALIGULA", die bereits in mehreren deutschen Städten zu sehen war, wirft er einen anderen, künstlerischen Blick auf die Bedrohung unserer Demokratie durch einen wieder erstarkten Rechtsradikalismus und einer weit verbreiteten Blindheit demgegenüber.In seiner Kunst wird der Schuh zur Menschenmethapher. „Jeder von uns trägt Schuhe. So ist kein Schuh so fit, wie der Turnschuh. Keiner lahmer als, wie ein Pantoffel und keiner symbolisiert mehr die blanke Gewalt als „CALIGULA", lateinisch der Soldatenstiefel".Gleichzeitig ist „CALIGULA" aber auch der Spitzname eines dem Cäsarenwahnsinn verfallenen römischen Kaiser. Er erhielt seinen Spitznamen, weil er bereits als Kind im Heerlager seines Vaters mit einer vollständigen Minimilitäruniform, samt Helm und Stiefeln bekleidet war. Als Kaiser dem Cäsarenwahn verfallen, verfolgte der Tyrann alle, die ihn und sein Pferd nicht als Gott verehrten, weshalb es zur Judenverfolgung von Alexandria kam.Für den Künstler zeigt die Geschichte hier viele Parallelen. Vor allem bleibt für ihn ein Fazit: „Die diktatorische und militärische Vereinnahmung im Kindesalter bringt kranke und selbstzerstörerische Menschen hervor".Den Ausstellungsbesucher erwartet eine multimediale, alle Sinne berührende Ausstellung aus expressiver Malerei, einer Aktionsinstallation und einem Kunstfilm. Die aufrüttelnden Bildwerke zeigen Stiefel und die Facetten der Gewalt zwischen Blutrausch und der Finsternis des Todes. Doch es geht keineswegs darum zu schockieren, vielmehr ist dem Künstler das aktive und sinnliche Erleben seiner Kunst wichtig. „Nur das ganzheitlich sinnliche Erleben schafft auch wirkliches Erfahren und einen bleibenden Eindruck". So können die Ausstellungsbesucher, indem sie in übergroße, graue Filzpantoffeln, sogenannte Museumspantoffel schlüpfen, selbst Teil der Aktionsinstallation „Das Heer der Pantoffelhelden" werden und sich der Blindheit und Untätigkeit derer bewusst werden. Außerdem können die Besucher mit einem kleinen Zeichen oder ihrer Unterschrift „Gegen rechte Gewalt" selbst Aktiv werden und gleichzeitig Teil eines neu entstehenden Kunstwerkes werden.Es gelten die regulären Öffnungszeiten und Eintrittspreise des Historisch- Technischen Museums Peenemünde.

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