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Feininger-Dank aus Amerika für Benz

Das Plakat der Ausstellung.
Foto: Kunst-Kabinett Usedom

Die Benzer Galeristen Hannelore Stamm und Hannes Albers hatten dem Künstler zehn Plakate seiner Ausstellung im Kunst-Kabinett Usedom Fotografie am Bauhaus nach Cambridge im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts geschenkt.

Das Plakat im Format 80x60 cm hat das Foto eines unbekannten Bauhaus-Künstlers zur Basis. Die Aufnahme zeigt die legendäre Bauhauskapelle in Dessau in einer Doppelbelichtung mit T. Lux Feininger an der Karinette. T. Lux Feininger begann 1926 ein Studium am Bauhaus Dessau, besuchte zunächst die Bühnenklasse von Oskar Schlemmer und beschäftigte sich mit Fotografie und fand 1929 zur Malerei. T. Lux Feininger verließ Deutschland, aus Abneigung gegenüber den Nationalsozialisten, bereits 1932, um über Paris nach Amerika auszuwandern - noch vor seinen Eltern, die erst im Jahre 1937 von Berlin aus folgten. Diese Informationen sind wichtig um den Text des Einhundertjährigen zu verstehen, der seinen Brief am 12. August 2010 gescchrieben hat:

Liebe und sehr geehrte Hannelore Stamm und Hannes Albers, gestern kam dass große Paket und wurde mit Hilfe einer care person (Betreuer, die Redaktion) geöffnet. Die verschiedenen Gefühle und Erinnerungen zu beschreiben, die beim ersten Betrachten des großen Motivs auf mich einstürmten, ist eine Unmöglichkeit: Dank - vielen Dank ist das Erste, was mir einfällt...Was bringt das Bild von Eindrücken jeder Art mit sich ... Nie hätte ich geglaubt, dass ein so vollkommener Riesendruck von dem kleinen Negativ hätte kommen können. Das Wunder wurde möglich vermittels der Digital-Technik, wobei ich mich beeile zu versichern, dass ich nicht weiss, was das ist. Mein Sohn ist ein Meister dieses Verfahrens....Die Photographie stammt aus den letzten Bauhaustagen im Winter 1931-1932. Eine care-lady (Betreuerin, Hausdame, die Redaktion) hier vor Ort fand es schwer zu glauben, dass der good looking-Klarinettist im Vordergrund rechts der Schreiber dieser Zeilen ist. Im selben Jahr noch verließ ich Deutschand und zog nach Paris. ... Wenn ich die Zeichnungen und Photos von Usedom sehe, kommt mir das Erinnern, denn auch ich war in Arkadia (Usedom = Land der Glückseligkeit, die Redaktion) in 1912, zwei Jahre alt. Ich bitte mir zu glauben, dass ich meines Vaters Kunst aus jener Zeit sehr deutlich in mir trage. Ihre freundlichen Grüße an Conrad und Katy (Sohn und Schwiegertochter, die Redaktion) werde ich noch heute per Telephon ausrichten - der Gute telefoniert jeden Abend mit mir von Wahington aus. Ihnen selbst und den anderen Helfern, herzlichsten Dank. Ihr T.Lux Feininger.

 

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