
Sonderschau zum 100. Geburtstag von Vera Kopetz
Der Koserower Kunstsalon zeigt in Zusammenarbeit mit der Koserower Kurverwaltung in der Zeit vom 3. April bis 31. Juli eine Personalausstellung der Malerin und Grafikerin Vera Kopetz anlässlich des 100. Geburtstages der Künstlerin.
Diese Ausstellung ermöglicht nach langer Zeit erstmalig wieder, sich mit dem Gesamtwerk der Künstlerin auseinanderzusetzen, deren Werke sich u.a. im Bestand so namhafter Häuser, wie der Nationalgalerie Berlin, des Staatlichen Museums Schwerin oder des Pommerschen Landesmuseums befinden.
Vor 100 Jahren, am 26.Februar 1910 wurde Vera Kopetz in Sankt Petersburg geboren. Während sie ihre Kindheit ab 1914 in der Schweiz verlebte, führte ihr weiterer Lebensweg über die Stationen Weimar und Berlin nach Schwerin. Enge Kontakte zu den Usedomer Malern Otto Manigk und Otto Niemeyer-Holstein bewogen sie ab etwa 1956 zunehmend, ihren Lebensmittelpunkt auf die Insel Usedom zu verlegen.
Der Weg zur Kunst war für Vera Kopetz lang und steinig und erforderte große Umwege und Opfer. Schon früh war sie gezwungen, zum Unterhalt der Familie beizutragen - an ein geregeltes Studium war unter diesen Umständen nicht zu denken. Erst nach 1945 bot sich ihr erstmalig die Möglichkeit, als Stipendiat der Mecklenburger Landesregierung im Kreis anderer Künstler zu arbeiten. Mit Ernst, Hingabe und Leidenschaft nutzte sie diese lang ersehnte Chance. Wir blicken heute auf ein umfangreiches malerisches, grafisches und ein weithin unbekanntes plastisches Oeuvre zurück, in dessen Zentrum immer der Mensch in Wechselwirkung mit der ihn umgebenden Umwelt stand.
Während die Retrospektive des grafischen Schaffens in den Ausstellungsräumen der Kurverwaltung Koserow (Hauptstrasse 34) erfolgt, kann man nur wenige Schritte entfernt im Koserower Kunstsalon (Karlstrasse 3) das malerische Werk besichtigen. Vera Kopetz gebührt das historische Verdienst, den Siebdruck in den Rang einer künstlerischen Gattung gehoben zu haben. Nachdem sie diese graphische Technik bei einer Ausstellung mexikanischer Kunst 1955 in Berlin für sich entdeckt hatte, verfeinerte sie sie in bis dahin nicht gekanntem Maße und gelangte zu weit über die Grenzen Mecklenburgs überschreitendem Ruhm und Anerkennung.
Auch auf dem Gebiet der Malerei gelangte sie, insbesondere durch die engen Kontakte zu den Usedomer Künstlern Otto Manigk und Niemeyer-Holstein, zu erstaunlichen Ergebnissen. Sind die frühen Arbeiten aus den 30-iger Jahren noch durch eine konventionelle Malweise geprägt, überraschen spätere Arbeiten durch feinste Farbzerlegungen und eine zunehmend abstrahierende Auffassung.
Die Besonderheit der Ausstellung besteht unter anderem darin, dass erstmalig (!) in Abstimmung mit der Erbengemeinschaft Werke aus dem künstlerischen Nachlass käuflich erworben werden können.
Eine weiteres Highlight besteht darin, das vom NDR - Landesfunkhaus Schwerin die Erlaubnis erteilt wurde, im Rahmen der Ausstellung ein 1986 aufgezeichnetes Interview aufzuführen, das eigens für diesen Zweck mit persönlichen Bildern der Künstlerin unterlegt wurde. Das Interview wird für den Zeitraum der Ausstellung wöchentlich mittwochs um 19:00 Uhr zu sehen sein.